Freie Apothekerschaft verärgert über SPD-Papier: „Apothekensterben ist keine Fata Morgana, sondern nackte Realität!“

Bünde, 31.03.2026 Mit deutlichen Worten reagiert die Freie Apothekerschaft e. V. auf einen internen Brief der SPD, unterzeichnet von der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Dagmar Schmidt und vom gesundheitspolitischen Sprecher Dr. Christos Pantazis. Darin werden die Abgeordneten der SPD eingeschworen, sich nicht verunsichern zu lassen, wenn Apotheken gegen die Gesundheitspolitik „agitieren“.

Für Daniela Hänel, 1. Vorsitzende der Freien Apothekerschaft e. V., stellt dies eine bewusste Täter-Opfer-Umkehr dar.

„Es macht uns fassungslos, mit welcher Ignoranz die SPD-Fraktionsführung die existenziellen Nöte der Apothekerschaft abtut“, erklärt Hänel. Der Bundesverband, der annähernd  2.500 Apotheken inklusive Filialbetriebe vertritt, sieht die flächendeckende Versorgung akut bedroht.

„Wenn behauptet wird, die Basis würde lediglich aus ‚Lobbyinteressen agitieren‘, blendet man die dramatische Realität völlig aus. Wir stehen aktuell bei bundesweit nur noch 16.601 Apotheken – das ist der tiefste Stand seit fast 50 Jahren! Allein im vergangenen Jahr mussten 440 Apotheken schließen. Das ist keine Verunsicherungstaktik, das ist das Sterben der wohnortnahen Arzneimittelversorgung auf Raten!“, warnt Hänel eindringlich.

Besonders scharf kritisiert der Verband die Passage des SPD-Briefes, wonach „genug Geld im System“ sei. Während die Kosten für Miete, Energie und Personal seit der letzten Honoraranpassung im Jahr 2013 um rund 65 Prozent gestiegen sind, blieb eine Anpassung der Vergütung für die Apotheken aus.

„Die Politik bricht zudem ihre eigenen Versprechen: Die einstige Zusage einer Anhebung des Fixums auf 9,50 Euro als Soforthilfe wird weiter verschleppt und offenbar im Zuge neuer Vereinbarungen mit der Union geopfert. Dass man uns nun vorwirft, die Menschen zu verunsichern, ist das Eingeständnis einer Politik, die das Vertrauen der Leistungserbringer längst verspielt hat“, so Hänel abschließend.

Die Freie Apothekerschaft fordert die SPD-Fraktion auf, die Diffamierung engagierter Heilberufler zu unterlassen, verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen und endlich die Soforthilfe des Koalitionsvertrages umzusetzen.