Bünde, den 16. April 2026 – Die am Dienstag, 14. April, von Bundesministerin Nina Warken angekündigten Maßnahmen zur GKV-Finanzierung stoßen bei der Freien Apothekerschaft e.V. auf fassungsloses Entsetzen. Statt der im Koalitionsvertrag versprochenen Stärkung der Vor-Ort-Apotheken präsentiert die Ministerin einen beispiellosen Wortbruch. Besonders die Erhöhung des Kassenabschlags und das Abwälzen des daraus folgenden erhöhten Inkasso-Risikos bei Zuzahlungen markieren den Beginn einer gesundheitspolitischen Eiszeit.
„Karl Lauterbach mag der Terminator der Apotheken gewesen sein, doch Nina Warken präsentiert sich heute als die Eiskönigin der Versorgung“, erklärt Daniela Hänel, Vorsitzende der Freien Apothekerschaft e.V. „Mit einer juristischen Kälte, die jeglichen Bezug zur Realität der Menschen vor Ort verloren hat, besiegelt sie das Apothekensterben in Deutschland.“
Die zentralen Kritikpunkte der Freien Apothekerschaft e.V.:
- Erhöhung des Zwangsrabatts: Dass der Apothekenabschlag an die GKV über die aktuellen 1,77 € hinaus erhöht wird, ist ein ökonomischer Blindflug. In Zeiten von zweistelliger Inflation und explodierenden Personalkosten entzieht das BMG den Betrieben die letzte Liquidität.
- Inkasso-Risiko bei den Apotheken: Die geplante Erhöhung der Zuzahlungen belastet nicht nur die Patienten, sondern macht die Apotheken zum unbezahlten Inkasso-Büro der Krankenkassen. „Wir tragen das volle finanzielle Risiko und den bürokratischen Aufwand, während die GKV die Gewinne einstreicht. Das ist eine unzumutbare Belastung unter voller Privathaftung der Inhaber“, so Daniela Hänel weiter.
- Wortbruch als politisches Programm: Der Koalitionsvertrag sah eine Stärkung der Vor-Ort-Apotheken vor. Die Pressekonferenz der Gesundheitsministerin beweist das Gegenteil: Die wohnortnahe Versorgung wird den Verwaltungsapparaten der Krankenkassen geopfert.
Forderung nach sofortiger Kurskorrektur
Die Freie Apothekerschaft e.V. fordert Ministerin Warken auf, die einseitigen Belastungen der Leistungserbringer zu stoppen. „Bevor man die Versorgung der Bevölkerung durch Honorarkürzungen gefährdet, müssen sowohl der Bund die finanzielle Verantwortung zur Übernahme ausreichender Krankenkassenbeiträge für Bürgergeldbeziehende übernehmen und die massiven Einsparpotenziale in der Verwaltung der über 90 Krankenkassen und die Deckelung der dortigen Vorstandsgehälter realisiert werden“, betont die Vorsitzende.
Die Freie Apothekerschaft wird die Bevölkerung zu den Konsequenzen der Maßnahmen der Koalition aufklären. Wer die Arzneimittelversorgung derart eiskalt aufs Spiel setzt, wird die Folgen in einer weiteren Verschärfung des Apothekensterbens und versorgungsleeren Räumen sehen.