Nicht nur, dass die Apotheken durch die immer noch schwierige Umsetzung des E-Rezepts belastet sind, jetzt fahren auch die Krankenkassen noch ihre Krallen aus und wittern anscheinend ein lukratives Geschäft, Arzneimittel nicht bezahlen zu müssen – übrigens wohlwissend, dass es technisch noch sehr bei der Abwicklung des E-Rezepts hapert. Schuld sind aber nicht die Apotheken, sondern in erster Linie die Gematik, die trotz der Schutzfunktion des Referenzvalidators falsch ausgestellte Verordnungen weiterleitet und nicht aufhält.
Presse
Freie Apothekerschaft distanziert sich von Nachwuchskampagne der ABDA
Die neue Nachwuchskampagne der Berufsvertretung ABDA spaltet die Apotheken. In den sozialen Medien wird überwiegend der Kopf geschüttelt. Die Kommentare gehen von „peinlich“ über „spinnen die?“ bis „höchst unkollegial“. Nur wenige sind mit der Art und Weise einverstanden.
Daniela Hänel, 1. Vorsitzende der Freien Apothekerschaft, hat dazu eine klare Meinung: „Dealen und Drogen sind ein ernstes gesellschaftliches Thema, das mit unserer tagtäglichen Arbeit aber auch überhaupt nichts zu tun hat. Bei jährlich 2.000 Drogentoten finden wir diese Aktion äußerst geschmacklos. Dass Herr Lauterbach bei seiner Cannabislegalisierung die Apotheken – bewusst oder unbewusst – außen vorgelassen und gesonderte Abgabestellen geplant hat, scheint bei der Berufsvertretung noch nicht angekommen zu sein.“
Weihnachtsbotschaft „FEHLER 404“
Das Handelsblatt als anscheinend neues Kommunikationsmittel des Bundesgesundheitsministeriums veröffentlichte am letzten Mittwoch die Weihnachtsbotschaft des amtierenden Bundesgesundheitsministers inklusive einiger Vorsätze für das neue Jahr, gerichtet an alle selbständigen Apothekerinnen und Apotheker.
Die Antwort auf der Webseite der Berufsvertretung ABDA lautete dazu nur „Fehler 404!“
Dazu Daniela Hänel, Vorsitzende des Bundesverbandes Freie Apothekerschaft e.V.: „Vermutlich ist das die beste Antwort, die man auf diese apothekenvernichtende Pläne geben kann. Wer uns eine marginale Honorarerhöhung um 2 Prozent ab 2025 verkaufen will und dabei aber die Vorfinanzierung des Warenlagers, die zur Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln unerlässlich ist, um ein Drittel kürzt, der versucht vorsätzlich, die Apotheken an der Nase herumzuführen. Wir haben aber in der Schule bei Mathe nicht gefehlt, und derartige politische Taschenspielertricks finden wir niveaulos!“
IG Med solidarisiert sich mit Apotheken
Die ABDA hat den November zum Protestmonat deklariert mit Kundgebungen in Erfurt, Schwerin, Hannover, Dortmund, Stuttgart (22.11.2023) und abschließend in Dresden (29.11.2023).
Die sächsische Apothekerkammer einigte sich in der Kammerversammlung vom 16.11. auf einen Solidaritätsruf an Zahnärzte, Ärzte und Patienten die Demonstration zu unterstützen.
Als IG Med erklären wir uns mit unserem Partner „Freie Apothekerschaft e.V.“ solidarisch und fordern unsere Mitglieder vor Ort und in der Nähe auf, den Protest am 29.11.2023 von 14-16 Uhr auf dem Theaterplatz in Dresden zu unterstützen.
Protestaufruf: Zeichen setzen!
Die BILD-Zeitung sprach am 19.09.2023 vom „Aufstand der Apotheken“. Die über 200 Listen zu fehlenden Arzneimitteln beweisen, dass unser Gesundheitsminister Karl Lauterbach die Bevölkerung mehrfach falsch informiert hat. Die Versorgungssicherheit mit Arzneimittel für die kommende Herbst-Wintersaison ist eben nicht gewährleistet. Seine Behauptung am 14.09.2023 im ARD-Morgenmagazin, Apotheken verunsicherten Mütter und Väter, war eine weitere öffentliche Falschinformation und kommt einer Verleumdung nahe, denn gerade die Apotheken kümmern sich seit Monaten und geben ihr letztes Hemd, um die Kinder versorgen zu können.
Aufstand im ambulanten medizinischen Sektor
Klarer Auftrag an die Teilnehmer der KV-Krisensitzung am 18.08.2023. In der Befragung des Ärztenachrichtendienstes (ÄND) sprechen sich über 70% der Befragten für eine mehrtägige Praxisschließung aus, um endlich ausreichend Druck auf die verfehlte Gesundheitspolitik des Bundes auszuüben.
„Die Umfrage des ÄND bestätigt den Kurs der Interessengemeinschaft Medizin (IG Med e.V.) in allen Punkten“, erklärt Ilka Enger, Vorsitzende der IG Med. „74% der befragten Ärzte und Zahnärzte wollen, dass alle Berufsgruppen, die im Gesundheitswesen tätig sind, gemeinsam gegen die existenzvernichtende Gesundheitspolitik des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach vorgehen.“
Im März hatte die IG Med zusammen mit der Freien Apothekerschaft e.V., den Vereinten Therapeuten e.V. und der Vereinigung unabhängiger Vertragszahnärzte die Aktion „der Letzte Kittel“ gestartet, in dem zum ersten Mal eine breite Front der ambulant tätigen medizinischen Berufe gemeinsam ihrem Unmut über die Gesundheitspolitik kundgetan hatten.
